(Epheser V, 8)
Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!

Die junge Frau hat alles im Blick, kann ihre Leute gut führen und verfügt über viele Angestellte. Aber das Beste ihrer Zeit und ihres Herzens gilt ihren Kleinsten: Es gibt bereits zwei von ihnen, Nicolas und Marie. „Überlasst mir ihre Betreuung“, sagt sie zu ihren Dienerinnen. Als zärtliche Mama gibt sie diese kleinen, neuen Wesen, deren Körper noch zerbrechlich ist und deren bereits erwachende Seele jeden Einfluss, ob rein oder unrein, aufnehmen kann, nur ungern in fremde Hände.
Madame Acarie (1566-1618) [Werk von M.D. Poinsenet]
Barbe AVRILLOT, Ehefrau von Pierre ACARIE.
„An einem Sommertag im Jahr 1582 verkündete das fröhliche Glockenspiel der Kirche Saint-Merry die Hochzeit von Damoiselle Barbe Avrillot und Messire Pierre Acarie… Da der Herr es so wollte, sollte Barbe Ehefrau und Mutter werden. Mit vollem Herzen nimmt sie die Mühen und Leiden auf sich; aber mit vollem Herzen auch die Freuden. Barbe ist glücklich, wird geliebt und umsorgt. Sie ist hübsch und weiß das. Sagt man nicht „la belle Acarie“? Ein Abend auf einem Empfang. Das Glitzern der Kronleuchter. Seidiges Rascheln der Kleider mit schweren Falten. Die bezaubernde junge Frau bewegt sich mit anmutiger Leichtigkeit zwischen den Gruppen der Gäste. Doch plötzlich sieht sie eine andere Frau, jung, schön, noch schöner, bewundert, noch mehr bewundert: Ihre weibliche Intuition kann sie nicht täuschen. Die Freude ist vorbei. Das Fest ist vorbei. Die schöne Acarie ist verschwunden. Allein, weit weg von den Blicken – von diesen Blicken, die nicht mehr alle auf sie gerichtet sind – „in ihrer größten Eitelkeit betroffen“, weint sie. Ja, das tut sie. Aus Eifersucht. Aus Trotz… Weit weg vom Rascheln der Fächer, vom Getuschel der Bewunderung, vom künstlichen Glanz der Edelsteine und Diamanten wird es hell. Blendend: Es ist alles eitel…“
Madame Acarie (1566-1618) [Werk von M.D. Poinsenet]
Barbe AVRILLOT, Ehefrau von Pierre ACARIE.
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